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Stunde Null #4 - Digitale Herausforderungen für die POLITIK

Oliver, Henning und Wilbert sprechen über die digitalpolitischen Anforderungen an Stadt und Land.

· Politik,Digitalisierung

In aller Kürze: Die Politik ist nicht nur auf Bundesebene gefordert den neuen Anforderungen des sich immer zügiger digitalisierenden Arbeitsmarktes anzupassen. Städte stehen im Wettbewerb um Fachpersonal und sehnen sich nach digitaler Exzellenz und Transparenz in den eigenen Reihen. Silogrenzen zwischen vorher völlig getrennten Branchen werden zunehmend durchlässig und die richtigen Transfermaßnahmen werden immer wichtiger, nicht nur um wettbewerbsfähig zu bleiben.

In der 4. Podcast-Folgen von „Stunde null“ nehmen wie in den ersten drei Folgen wieder Prof. Dr. Henning Vöpel, Oliver Rößling und Wilbert Hirsch teil. Rößling eröffnet diese Diskussionsrunde und nennt auch gleich das Thema: Politik im Zusammenhang mit Digitalisierung.

Vöpel nennt Gründe, warum Politik hier wichtig ist, obwohl, so Rößling, auf den ersten Blick kein direkter Zusammenhang zwischen Politik und Digitalisierung bestehe.

Es wird dringend eine neue Haltung gegenüber Veränderungen benötigt, was ein gesellschaftliches Thema und somit auch ein politisches Thema ist, so Vöpel.

Rößling stellt die Frage, ob das etwas mit Angst vor Veränderung zu tun hat.

Durchaus löse bei vielen Menschen Veränderung am Status Quo auch Angst aus, stellt Vöpel fest. Er vermutet, dass diejenigen Gesellschaft mit mehr Mut zur Veränderung an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen werden.

Rößling sieht Estland als einen europäischen Vorreiter in der Digitalisierung.

Auch Vöpel hält Estland als ein gutes Beispiel für die Digitalisierung. Allerdings betont er auch, dass Estland als kleine Gesellschaft es vielleicht leichter hat als größere, komplexere Gesellschaften, die veränderte Haltung im Kontext der Digitalisierung auch durchzusetzen.

Als Ausnahme nennt Hirsch die deutsche Metropole Berlin, da hier nicht nur die Politik einen Wechsel zur Digitalstadt vorangetrieben hat. Entscheidend ist für Berlin neben der Politik auch gewesen, so Hirsch, welche Menschen die Veränderung angetrieben haben.

Die Diskussionsteilnehmer führen den Erfolg von Berlin als Digitalstadt unter anderem darauf zurück, dass aus der Not eine Tugend gemacht wurde. Beispielsweise konnte in Berlin die problematische Situation der fehlenden Industrie genutzt werden konnte, um stattdessen einen digitalen Fortschritt erfolgreich voranzutreiben.

Für Hirsch gibt es auch in Hamburg Initiativen die Digitalisierung voranzutreiben, jedoch laufen davon viele auch ins Leere.

In Berlin war die digitale Transformation auch so erfolgreich, weil sie nur in dieser Zeit stattfinden konnte und nur dieser Zeitraum brachte die besonderen Voraussetzungen für den Erfolg mit, so Vöpel.

Rößling bringt persönliche Beispiele, dass Hamburg als zweitgrößte Stadt in Deutschland international auch unterschätzt wird im Vergleich mit weiteren sehr großen deutschen Städten.

Hirsch stellt dem gegenüber, dass sich das Image von Hamburg in den letzten Jahren enorm verbessert hat. Dass Internetkonzerne wie Google und Facebook ihren Standort in Hamburg haben, liege auch an der Politik, so Hirsch.

Vöpel schildert, dass der Wohlstand von derzeit erfolgreichen Städten wie Hamburg allerdings durch nichts garantiert ist. Deswegen macht es für ihn auch eine Strategie zur Erhöhung der Umsetzungsgeschwindigkeit notwendig und hier ist vielleicht auch die Politik gefragt.

Für Rößling ist es möglicherweise in Städten wie Hamburg oder München nicht so leicht wichtige Veränderungen schnell genug voranzutreiben, weil bei diesen Städten nicht so eine Notsituation herrscht wie es in Berlin der Fall gewesen ist.

Vöpel legt dar, dass Berlin wohl eher zufällig eine einmalige Chance geschenkt bekommen hat, wirtschaftlichen Wohlstand erzeugen zu können.

Rößling bringt eigene Beispiele, wie eigene Mitarbeiter nach zwei, drei Jahren von Hamburg nach Berlin gewechselt sind. Ein Nachteil von Hamburg gegenüber Berlin könnte für ihn sein, dass die internationale Ausrichtung in der Bürokratie in wichtigen Fällen nicht gut genug ist.

Auch Vöpel sieht es als Notwendigkeit an, nicht nur Deutsch als eine sprachliche Voraussetzungen zur Integration zu fordern, sondern auch mehr Englisch anzubieten, um internationale Talente in Deutschland akquirieren zu können.

Diese Maßnahmen sind für Hirsch machbar, allerdings sieht er es als deutlich schwieriger an, den Nährboden für eine Startup-Szene wie die von Berlin zu schaffen.

Rößling erläutert die in Hamburg viel größere Hilfe, die für internationale Mitarbeiter aufgrund der Sprachbarrieren notwendig ist als für deutsche Arbeitskräfte. Diese doch zeitaufwendige Aufgabe muss momentan vorwiegend von ihm als Geschäftsführung gestemmt werden.

Vöpel hebt hierzu die Ungeduld von jungen Arbeitskräften hervor, die in der Regel nicht zu lange warten möchten, um mit der Arbeit zu starten.

Als Live-Beispiel für eine Barriere nennt Hirsch die hamburg.de Website, hier konnte er nicht auf die Schnelle die Sprache von Deutsch auf Englisch umstellen. Vöpel sieht es als notwendig an, dass Städte und Regionen an den Fluss der Veränderung herangeführt werden.

Rößling stellt als Hypothese in den Raum, dass es Hamburg als Handelsstadt vielleicht schwerer fällt beim Handeln loszulassen und mehr in die Innovation zu gehen.

Die Diskussionsteilnehmer diskutieren über die immer geringer werdende Wertschöpfung des klassischen Handelns in Hamburg.

Rößling bringt als ein Beispiel die digitale Transformation einer Film-DVD in digitale Services wie beispielsweise Netflix.

Das Buch „Die Null Grenzkosten-Gesellschaft“ von Jeremy Rifkin nennt Vöpel zum Thema Grenzkostenentwicklung. Möglicherweise kostet uns Mobilität in Zukunft nichts mehr, sondern wird gesponsert, so Vöpel.

Hirsch sieht autonomes Fahren möglicherweise schon Ende 2020er Jahre und stellt den anderen Diskussionsteilnehmern die Frage, welche Parteien zu dem Thema einen Plan haben.

Nur um jetzt Geschwindigkeit in der Digitalisierung aufzubauen, dürfen laut Vöpel Bedenken nicht ausgeblendet werden.

Rößling bringt in dem Zusammenhang die Begriffe German Angst und künstliche Intelligenz. Er stimmt Vöpel zu, dass trotz möglicherweise übersteigerter Bedenken in der Digitalisierung Ethik und Moral mitschwingen müssen.

Vöpel verweist hier auf einen Befund, dass Kulturschaffende viel besser die weitere Zukunft vorauszusehen als Fachexperten. Hirsch greift das Thema German Angst insbesondere in Bezug auf künstliche Intelligenz auf. Große philosophische und ethische Fragen müssen für Hirsch adressiert werden.

Buzzwords wie Big Data und Blockchain sind, so Rößling, extrem undifferenziert.

Hirsch bringt das Beispiel Star Trek als Inspirationsquelle für Forscher.

Die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz für die Menschheit können laut Rößling die meisten in der Politik überhaupt nicht durchblicken.

Vöpel beschreibt die Schwierigkeit für Politiker zu verstehen, was uns an exponentieller Veränderungsdynamik in der Digitalisierung bevorsteht.

Rößling skizziert ein unglückliches Szenario der KI. Irgendwann werde dann durch Zufall ein künstliches Bewusstsein der Maschinen kreiert wird, was schlauer ist als der Mensch.

Vöpel stellt mit dem Pragmatismus einen Unterschied zwischen deutscher und angelsächsischer Ausprägung in der Philosophie gegenüber.

Wenn Amerikaner in der englischen Sprache keinen ausreichend treffenden Begriff finden, verwenden sie gerne Begriffe aus anderen Sprachen, insbesondere aus der deutschen Sprache, so Hirsch.

Rößling stellt Vöpel die Frage, wie er sich als Bürgermeister mit massivem Digitalisierungsdruck verhalten würde.

Vöpel sieht die Gleichzeitigkeit der Maßnahmen als Geheimnis der schnelleren Umsetzung der Digitalisierung.

Hirsch wirft hier die Frage der Bezahlbarkeit der Maßnahmen auf.

Zum Beispiel des Bürgermeisters bringt Rößling den Vorschlag einen Minister für Transfer einzusetzen.

Vöpel betont die Wichtigkeit der Vernetzung von Clustern in der Digitalisierung. Außerdem dürfe die Veränderung nicht in einzelnen Bereichen stattfinden, sondern sei die Veränderung insgesamt zusammenzuführen in der Gesellschaft.

Für Hirsch ist ebenso die Frage wichtig, was für alle in der Digitalisierung passiert und nicht nur für wenige.

Rößling setzt das Szenario des Bürgermeisters fort und fordert die Einsetzung von weiteren Senatoren und Ministern.

Schließlich schlägt Rößling das Thema Influencer als Thema für eine der nächsten Podcast-Folgen vor.

Abschließend fordert Vöpel für eine Stadt in der Digitalisierungs-Frage auf allen Ebenen der Gebietskörperschaften ein Zusammenwirken.

Rößling lässt diese Worte als Schlussworte ausklingen und beendet die 4. Diskussionsrunde des „Stunde Null“ Podcast.

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