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Stunde Null #1 - DIGITALISIERUNG zerdacht

Oliver, Henning und Wilbert philosophieren über diese ominöse Digitalisierung

· Digitalisierung,Transformation,Gesellschaft,Zukunft,New Work

In aller Kürze: "Digitalisierung" eine Worthülse, die derzeit einfach immer und überall hervorgeholt wird, wenn sich mal wieder alles um Veränderungen des Status Quo dreht. Die Büchse der Pandora des 21. Jahrhunderts. Eigentlich weiß aber niemand genau, was sich hinter diesem inflationär genutzten Begriff wirklich verbirgt, der so vielen den Angstschweiß auf die Stirn treibt. In kleiner Runde machen sich Oliver und Henning zusammen mit unserem Dauergast Wilbert an das doch recht komplexe Thema.

In der 1. Episode des Podcast „Stunde Null“ diskutieren Wilbert Hirsch, Prof. Dr. Henning Vöpel und Oliver Rößling über die Vor- und Nachteile der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Rößling beginnt die Diskussionsrunde mit der Erklärung, warum der Podcast ins Leben gerufen wurde und die Bedeutung des Podcast-Namens „Stunde Null“.

Vöpel erörtert, dass man sich jetzt in einem Zeitenwechsel befindet und wir uns vor einer sehr schwierigen Aufgabe der Transformation in eine digitale Zukunft befinden.

Rößling wirft ein, dass der Begriff Digitalisierung das eigentlich Gemeinte nicht richtig trifft und Digitalisierung im eigentlichen Sinne nur die Bestandsaufnahme von analogen Daten, die anschließend mit Algorithmen sinnvoll kategorisiert und eingeordnet werden können.

Hirsch stimmt dem zu und ergänzt, dass Digitalisierung, das heißt das Umwandeln von Daten oder Informationen in binäre Sprache, schon seit vielen Jahrzehnten stattfindet. Er fügt hinzu, dass die Möglichkeit die große Menge an Daten miteinander verknüpfen und auswerten zu können mit sich bringt, dass die gesellschaftlichen Systeme den kollaborativen interdisziplinären Umgang untereinander erfordern.

Hirsch stellt in Frage, ob die Adaption aus der Evolutionsbiologie auch in Zukunft weiterhin gilt.

Vöpel nimmt die ethische Bewusstseinsfrage auf und beschreibt die Sinnfrage aus der Erkenntnistheorie und stellt fest, dass nicht alles in der Evolution einen Sinn haben muss.

Hirsch führt die Diskussion fort mit dem Begriff der technischen Singularität. Hier sind die Maschinen in der Lage sich selbst besser und schneller weiterzubauen als der Mensch. Ein möglicher Kontrollverlust des Menschen darüber bereite vielen Menschen aktuell große Ängste.

Rößling bringt aktuelle Beispiel von Home Assistenten, die den Menschen im Alltag Arbeit abnehmen. Er bringt auch den Begriff Big Data in die Diskussion mit rein und stellt auch zur Diskussion, was Big Data eigentlich ist, welche Ziele damit verfolgt werden und warum Big Data erst Sinn machen, wenn sie zu Smart Data werden.

Vöpel greift die Digitalisierung als Thema wieder auf und stellt fest, dass die immer wiederkehrende Diskussion auf Veranstaltungen sich auch totlaufen könnte. Schließlich stellt er fest, dass die Gesellschaft sich in einer nächsten Phase entscheiden muss, inwieweit die Digitalisierung umgesetzt werden soll. Dabei spiele die Vorstellung von der digitalen Zukunft, die entweder mehr digital oder mehr dystopisch betrachtet wird, eine wesentliche Rolle. Werde alles umgesetzt in der Digitalisierung ist das eine enorme Chance, aber umso verwundbarer werde die Gesellschaft.

Hirsch nimmt die Verwundbarkeit der Gesellschaft durch die Digitalisierung auf und fügt hinzu, dass die Gefahr durch Missbrauch der Digitalisierung immer eine Rolle spielen wird.

Vöpel bringt mit „Schöne neue Welt“ von Huxley und „1984“ von Orwell dystopische Beispiele aus der Literatur und sieht in diesen Werken im Zusammenhang mit der Digitalisierung einen Appell an die Gesellschaft, welche Verantwortung sie denn hat.

Hirsch zeigt große Vorteile und Chancen, welche die Digitalisierung mit sich bringt, zum Beispiel das immer höhere werdende Lebensalter und medizinische Chancen. Jedoch bestätigt er auch die Risiken und die Verantwortung als Gesellschaft.

Vöpel nimmt das Thema Arbeitsmarkt auf. Er stellt dar, wie sich die Digitalisierung positiv auf das Arbeitsleben verschiedener Berufssparten auswirkt. Jedoch hat die Automatisierung schon immer in der Arbeit routinemäßige Arbeiten abgenommen, so Vöpel.

Rößling stellt fest, dass Kreativität für bestimmte Tätigkeiten erforderlich ist und nicht durch Maschinen ersetzt werden kann. Am Beispiel des Schachspiels stellen alle drei Diskussionsteilnehmer Mensch und Schachcomputer gegenüber. Hierüber erörtern sie die Frage, wann und ob überhaupt Maschinen Bewusstsein erlangen können, selbstständig oder mit Hilfe von Menschen.

Vöpel verweist auf ein noch nicht geklärtes Beispiel aus der Kinderpsychologie, wo ein Kinderpsychologe die These aufstellt, dass die Nutzung von Smartphones während des Stillens womöglich Auswirkungen auf die Entwicklung des zu stillenden Kindes haben könnte.

Hirsch bringt hierbei als mögliche Vision an, dass die Sinne und das Bewusstsein des Menschen in den kommenden Generationen in gewisser Weise abstumpfen könnten.

Rößling fragt in die Runde, welche Ansatzpunkte und Lösungsvorschläge es für Branchen geben könnte, die jetzt noch nicht direkt mit der Digitalisierung konfrontiert sind.

Vöpel schlägt für diese Branchen vor, zu prüfen, wie man die vorhandenen Daten aufbereiten und wie man diese für seine Kunden sinnvoll nutzen kann. Wenn die Möglichkeit besteht, können sogar bei Kombination mit Daten anderer Branchen neue Geschäftsfelder erschlossen werden.

Vöpel und Rößling deuten an, dass von Unternehmen zum Teil die digitale Transformation aufgeschoben wird. Es wird geschaut, ob ein anderer bereits mit der Transformation gestartet ist. Somit findet ein gegenseitiges Abwarten statt und der Status Quo wird nicht verlassen.

Hirsch wendet ein, dass es aber auch prominente Beispiele gibt, die diese Transformation bereits am Umsetzen sind. Das Thema Digitalisierung werde enorm gehypt, jedoch braucht es auch Zeit die digitale Transformation für sich umzusetzen.

Rößling greift in diesem Zusammenhang die Konfrontation von Unternehmern mit traditioneller Sichtweise und jungen Unternehmern auf.

Vöpel knüpft daran an und stellt Mut und Risiko dem Erfahrungswissen von Unternehmern gegenüber. Er ist der Meinung, dass derzeit aufgrund der Transformation Mut und Entdeckergeist im Vergleich zu Erfahrungswissen eine wichtigere Rolle spielt.

Rößling stellt heraus, dass Mut auch bei den klassischen Unternehmen da sein kann.

Hirsch findet eine Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation besonders wichtig für Unternehmen, die davon in Zukunft vollständig betroffen sein werden sind.

Vöpel stellt die Frage, ob die Digitalisierung einen Strukturwandel mit sich bringt, der alles Bisherige übertrifft. Womöglich sind Unternehmen in Zukunft als Hybrid denkbar, so Vöpel. Diese Unternehmens-Hybride können nicht mehr in klassischen ökonomischen Kategorien eingeordnet werden.

Hirsch fügt davon unabhängig mögliche Zukunftsthemen wie den 3D-Drucker und autonomes Fahren an.

Rößling beschreibt als letzten Punkt, wie klassische Branchengrenzen in Zukunft nicht mehr existent sind und Themencluster in bestimmten Branchen ineinander übergehen.

Hirsch, Rößling und Vöpel kommen zum Schluss überein, dass die großen Fragen in dieser Diskussionsrunde zwar nicht beantwortet werden, letztendlich aber hoffentlich Impulse und Denkanstöße gegeben werden.

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